The blue heart of Europe – mitten ins Herz!

Vor gut zwei Wochen kehrten wir zurück aus Kroatien bzw. Bosnien Herzegowina. Mit im Gepäck: ein Koffer vollgepackt mit schönen Bildern. Spektakuläre Wasserfälle, kristallklare Flüsse, idyllische Seen.. und dazu noch ein wenig Sonne, Strand und Meer.
Wir waren unterwegs im „Blauen Herzen Europas“ – ein kurzer Reisebericht.

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Plitwitzer Seen

Wir starteten unsere Reise in Zürich, fuhren  mit dem Nachtzug knapp 14h bis nach Zagreb, sattelten dort unser kleines, aber feines Mietauto (ein Hoch auf Adam!) und tourten anschliessend während knapp zweier Wochen quer durch Kroatien, mit einem kleinen Abstecher nach Bosnien-Herzegowina. Wir fuhren 6 verschiedene Orte an, wo wir unterschiedlich lang verweilten und legten über die ganzen zwei Wochen knapp 1000 km zurück. Unsere Reiseroute:croatia_route

 

  • Start: Zagreb
  • 1. Stop: Karlovac
  • 2. Stop: Plitvitzer Seen
  • 3. Stop: Zadar
  • 4. Stop: Split
  • 5. Stop: Mostar (BiH)
  • 6. Stop & Ende: Dubrovnik

 

Von Dubrovnik aus flogen wir dann (mit einem Zwischenstopp in Belgrad) wieder zurück nach Zürich.
Wir hatten diese Route vorgängig aufgrund von ein wenig Recherche, google maps und ein paar Tipps und Empfehlungen festgelegt und wurden zum Glück nicht enttäuscht. Auf unserer Tour quer durch Kroatien bekamen wir einen ganz guten Eindruck davon, was dieses Land alles zu bieten hat. Allem voran, ist uns sicher die unglaublich vielfältige und eindrucksvolle Natur in Erinnerung geblieben: Urwaldartige, saftig grüne, dicht bewachsene Täler wechseln sich mit steppenartigen, kargen und trockenen Hochebenen ab, im kristallklaren Wasser der ungebändigten Flüsse und Bäche schwimmen zahlreiche Fische, an den Ufern tummeln sich Schwärme von Prachtlibellen.. und immer wieder imposante Kaskaden von Wasserfällen, Quellen die glasklares (und bitterkaltes!) Wasser an die Oberfläche fördern, idyllische Teiche und Seen – eine wahre Pracht, besonders natürlich für einen Wassermenschen wie mich!

Da ein voller Erlebnisbericht der ganzen zwei Wochen sicher den Rahmen sprengen würde, möchte ich mich hier auf ein paar ausgewählte Highlights dieser Reise beschränken.

Die Plitwitzer Seen

SONY DSCAuf halbem Wege zwischen Zagreb und Zadar gelegen, befindet sich ein wahres Gewässerjuwel, welches man unbedingt einmal besucht haben muss! Flächenmässig der grösste, ist er wohl auch Kroatiens bekanntester Nationalpark – früh aufstehen lohnt sich also, nach 9 kommen die Touri-Busse im Minutentakt. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, dieses UNESCO-Weltnaturerbe ist seinen Eintritt und eine eventuelle Wartezeit auf jeden Fall wert! Ist man einmal drin, wird einem nämlich schnell klar, wieso hier so viele Leute hin wollen:  16 kaskadenförmig angeordnete Seen, welche durch etliche kleinere Flüsse oder unterirdische Karstzuflüsse verbunden sind, eine Vielzahl von riesigen Wasserfällen und eine unglaublich artenreiche Fauna und Flora.

Wir verbrachten zwei ganze Tage in diesem Gebiet, unternahmen dabei eine längere Wanderung rund um die Seen – was auf jeden Fall lohnenswert ist, da einem nämlich, ist man erst einmal ein wenig von den Eingängen weg, kaum noch Leute begenen – und logierten in einem nahegelegenen Guesthouse.
Aus unserer Sicht definitiv ein MUSS für jeden Kroatien-Reisenden!

Mehr Infos zum Nationalpark Plitvicka Jezera findet man hier.

Kajaktouren auf der Mreznica bzw. Zrmanja

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Kajaktour auf der Mreznica

Wir unternahmen zwei Kajaktouren, eine auf der Mreznica, die andere auf der Zrmanja. Für die erste Tour auf der Mreznica starteten wir im kleinen Örtchen Slunj, nahe Karlovac und paddelten von dort aus während gut 2-3h flussabwärts. Die Tour führte dabei sowohl durch enge Canyons, als auch durch dicht bewachsene, breitere Abschnitte und es galt einige kleinere Wasserfälle zu überwinden. Aber seht selbst…

Die Tour auf der Zrmanja führte von Kastel Zegarski gut 14km flussabwärts bis zu einer wunderschönen Flussbadi nahe Bilisane. Auch hier galt es ein paar Wasserfälle und Stromschnellen zu überwinden, ansonsten paddelten wir quasi durch die Jagdgründe Old Shatterhands – in diesen kargen Schluchten und Tälern wurden nämlich einst Teile der Winnetou-Filme gedreht.

Insgesamt waren beide Touren äusserst spannend, gut geführt und organisiert und haben enorm Spass gemacht! Auf jeden Fall eine sehr angenehme Variante um bei hochsommerlichen Temperaturen ein wenig die Landschaft zu erkunden.

Das Gacka Tal

Von den Plitwitzer Seen aus, machten wir noch einen kurzen Abstecher Richtung Westen, bevor wir dann weiter nach Zadar runter fuhren. In einem Führer hatte ich von einem weiteren sehenswerten Fluss gelesen und, ganz Wassermensch, der ich bin, wollte ich natürlich auch noch dieses Wässerchen erkunden: die Gacka.SONY DSCDie Gacka entspringt an der oberen Seite des gleichnamigen Tals und versickert offenbar auf der gegenüberliegenden Seite direkt wieder im Erdboden. Dies macht die Gacka zum drittgrössten „Schlundfluss“ der Welt – aha, wieder was gelernt. Geprägt ist sie auf jeden Fall von einer äusserst üppigen Wasservegetation, was sie sehr grün und malerisch erscheinen lässt. Offenbar wachsen hier so viele Wasserpflanzen, dass die Einheimischen diese ernten und damit ihr Vieh füttern. Ausserdem ist sie unter Anglern bekannt für ihre riesigen Bachforellen – diese sollen wohl in der Gacka bis zu 5x schneller wachsen als in anderen Karstflüssen (leider konnten wir uns davon selber nicht überzeugen).

Mehr Infos zum Gacka Tal findet man hier.

Die Kravica Wasserfälle

IMG_0943 (Bearbeitet)Auf dem Weg von Split nach Mostar, folgten wir erneut dem Wasser und wollten uns nach den Krka Wasserfällen (welche nebenbei bemerkt eines der wenigen Lowlights dieser Reise waren: zu teuer, zu viele Leute, vergleichsweise wenig zu sehen) noch die Bosnische Version anschauen und siehe da: in Bosnien ist alles besser! Mindestens ebenso imposante Wasserfälle (zwischen 26 und 28m hoch, verteilt über einen 120m langen Hang), ein super schöner (wenn auch ordentlich kalter) Fluss, der zum Baden einlädt und wenig Leute – was will man mehr? Wir verbrachten dort auf jeden Fall einen sehr entspannten Nachmittag und können diese Wasserfälle nur wärmstens empfehlen.

Mostar (Bosnien Herzegowina)

SONY DSCEigentlich war das Ziel unseres Abstechers nach Bosnien und nach Mostar, noch eine dritte Kajaktour auf der Tara, in Montenegro, zu unternehmen und Mostar war einfach „gut und nahe gelegen“ und von „vernünftiger Grösse“ – im Nachhinein müssen wir aber sagen, hat sich der Abstecher in dieses wunderschöne Städtchen mehr als gelohnt, auch wenn die geplante Kajaktour dann schlussendlich doch nicht zustande kam.
Von Mostar haben viele bestimmt noch nie gehört – auch wir zählten dazu – was allerdings wirklich erstaunlich ist, da es an Charme kaum zu überbieten ist: mitten durch die Stadt schlängelt sich die Neretva, quer darüber trohnt eine imposante Bogenbrücke (von der auch gesprungen wird – knapp 30m hoch bzw. tief!) und links und rechts befinden sich malerische Altstadtgässchen mit allerlei kleinen Geschäften (ja, natürlich auch viele Touri-Krimskrams-Läden, aber naja) und Restaurants die feines bosnisches Essen servieren.
Wirklich ein äusserst malerisches Städtchen, im Sommer allerdings regelmässig äusserst heiss (gilt als eine der heissesten Städte in Europa).

Fazit

Insgesamt hat uns diese Reise super gut gefallen. Kroatien ist ein äusserst spannendes und vielseitiges Land und aus landschaftlicher Sicht einfach nur eine Wucht! All die Vielfalt und Natürlichkeit ist einfach nur unglaublich und sehr inspirierend.

Leider sind sowohl in Kroatien als auch in allen anderen Balkanländern weitreichende Veränderungen geplant. So stehen tausende von Wasserkraftwerksprojekten in den Startlöchern (siehe Karte), welche die jetzt noch so wunderbar frei fliessenden Flüsse, wie wir sie eben auf dieser Reise bewundern konnten, gefährden. UnbenanntEs wäre unglaublich schade, wenn auch dort wieder die selben Fehler gemacht würden, wie sie in weiten Teilen Europas bereits gemacht wurden – wo der Grossteil der Fliessgewässer begradigt, in ein Korsett gezwängt und zu Tode reguliert wurde und wo man solch wunderbare Flusslandschaften, wie sie jetzt noch im Balkan existieren, gar nicht mehr kennt..

Es gilt unbedingt zu schützen, was noch zu schützen möglich ist. Das Blaue Herzen Europas darf unter keinen Umständen ausbluten!

>> Save the blue heart of Europe

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