Sihlwald – der Urwald von Zürich

„DIE SCHWEIZER PÄRKE – Näher als man denkt“

Foto: Roland Gerth © Schweiz Tourismus-BAFU

Foto: Roland Gerth © Schweiz Tourismus-BAFU

So heisst es auf einer Karte, die mir kürzlich in die Hände fiel. Verzeichnet sind dort die jeweiligen Standorte von allen Schweizer Pärken, 19 an der Zahl. Da mir bis zu diesem Zeitpunkt von all diesen Pärken nur etwa die Hälfte wirklich ein Begriff war, beschloss ich kurzerhand, all diesen Pärken einmal einen Besuch abzustatten.. und natürlich jeweils einen Beitrag dazu zu verfassen, versteht sich.

Begonnen habe ich meine kleine, persönliche Tour de Suisse letzten Sonntag (jep, an jenem Tag, an dem das gesamte ZVV-Netz gratis war – wir waren im Zug also nicht ganz alleine..) mit dem uns nächst gelegenen Park: dem Naturerlebnispark Sihlwald.

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Der Sihlwald ist ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Kategorisiert ist er seit 2009 als „Naturerlebnispark“. Ein Naturerlebnispark ist

in eine Kern- und eine Übergangszone unterteilt. In der Kernzone bietet er der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt unberührte Lebensräume. Die Übergangszone dient als Puffer für die Kernzone. Sie eröffnet vielfältige Bildungs-, Erlebnis- und Erholungsmöglichkeiten und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der städtischen Bevölkerung. Ein Naturerlebnispark ist höchstens 20 Kilometer vom Zentrum einer Agglomeration entfernt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. (gemäss BAFU)

Das besondere am Sihlwald, weshalb er auch als Naturschutzobjekt von nationaler Bedeutung klassiert ist, ist sein rund 1100 ha grosser Buchenmischwald. Ursprünglich war diese Art von Wald auf rund 80% der Fläche von Mitteleuropa verbreitet, durch die Brenn- und Bauholzgewinnung verschwanden diese Buchenwälder aber immer mehr. Der Sihlwald verkörpert einen eigentlichen „ursprünglichen Wald“ (auch Urwald genannt), wie er in der Schweiz leider sehr selten geworden ist. In der Kernzone des Sihlwalds wird nur in Ausnahmefällen überhaupt vom Mensch eingegriffen, die Bäume, lebendig oder tot, werden stehen gelassen und so entsteht ein wunderbares Mosaik von jungen, alten und absterbenden Bäumen nebeneinander. Dies führt einerseits zu ganz unterschiedlichen Waldbildern, was die Besucher inkl. mir sehr erfreut, andererseits bieten diese unterschiedlichen Lebensräume natürlich wieder Platz für Tiere und Pflanzen verschiedenster Art.

Bei unserer Wanderung von Hausen am Albis, über das Albishorn, quer durch die Kernzone des Waldes bis zum Besucherzentrum Sihlwald, haben wir dann auch diese enorme Vielfalt von verschiedenen Waldlebensräumen sehr genossen. Bei dieser Wanderung startet man wie gesagt in Hausen am Albis, überquert dann zuerst den Huserberg, welcher ebenfalls von einem Buchenmischwald (allerdings bewirtschaftet) überzogen ist, gelangt dann in ein wunderschönes kleines Tal bei Hinter Albis, vorbei an blühenden Blumenwiesen und vollen Gemüsegärten und steigt dann allmählich bis zum Albishorn auf. Wer mag, kann dort im „Bergrestaurant“ eine kleine Verschnaufpause einlegen, wer immer noch topfit ist (wie wir!), zieht direkt weiter – hinein in den Sihlwald.

Sobald man diesen Wald betritt, ist klar, wieso er auch als „Urwald“ bezeichnet wird: alles ist ein bisschen wilder, ein bisschen unaufgeräumter, ein bisschen ursprünglicher. Der Unterschied zum Buchenwald auf dem Huserberg ist frappant! Überall liegen gefallene Bäume und Äste, Baumstrünke welche komplett von Moos überwuchert sind, riesige Wurzelballen die bestimmt allerlei Insekten und Säuegetieren Versteck bieten, überall spriesst und wächst es – pure Wildnis und das direkt neben Zürich!

Es geht dann stetig hinab, vorbei an riesigen, intensiv duftenden Bärlauchfeldern, vorbei an etlichen kleineren Bächen und Weihern, bis man schliesslich irgendwann wieder aus dem Wald raus und zur Bahnstation Sihlwald kommt. Von dort noch ein paar Meter der Sihl entlang weiter und man gelangt zum Besucherzentrum des Sihlwalds. Dort kann man unter anderem mehr über Biber und Fischotter erfahren oder einfach nur ein kühles Blondes oder eine Wurst vom Grill im dazugehörigen Restaurant geniessen. Weitere 25 S-Bahn-Minuten später findet man sich wieder mitten im Getümmel des Hauptbahnhofs Zürich vor.

Alles in allem haben wir (inkl. Fotopausen) für diese Wanderung ca. 2-2.5h gebraucht. Wer will kann sie auch noch erweitern und von Sihlwald noch nach Horgen an den Zürichsee weiter wandern.

Fazit: Uns hat diese erste Etappe der Tour de parcs Suisse äusserst gut gefallen! Der Sihlwald ist äusserst einfach zu erreichen und besticht dennoch durch wirklich unberührte Natur. Einen solch ursprünglichen Wald einmal zu erleben ist auf jeden Fall empfehlenswert!


Auf zur nächsten Etappe!

Wer noch mehr Infos zu den Schweizer Pärken oder zum Sihlwald möchte, findet diese hier: Schweizer PärkeWildnispark Sihlwald

5 Gedanken zu „Sihlwald – der Urwald von Zürich

  1. Der Wildnispark wird von Links-Radikalen betrieben, welche keinerlei Rücksicht auf andere nehmen. Nur so kann das hier erklärt werden: http://www.sihlwaldfueralle.ch/2016/01/31/unverstaendliches-handeln-des-wildnisparks/
    Wir sprechen hier nicht von der Kernzone, welche klar definiert wurde und deren Wegnetz nun leider durch gewunken wurde. Nein, wir sprechen von einem 20jährigen Trail, der zum Teil auf Hausemer-Gemeindegebiet verläuft und 1000e von Biker erfreut hat – ausserhalb der Kernzone. Nun müssen heimische Biker für jeden Meter Fahrspass ins Auto sitzen! Bravo, ihr engstirnigen! Wirklich gut gemacht – meint ihr sicherlich. Leider habt ihr einmal mehr vergessen zu denken… Das x-te Mal. Weiter so! Blind, dumm und rücksichtslos! Das fördert das Verständnis für euren Park!

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    • Grüezi Herr Dihr

      Ich habe mir überlegt Ihren z.T. beleidigenden Kommentar einfach kommentarlos zu löschen, habe mich dann aber doch für eine kurze Antwort meinerseits entschieden..
      Ich kann einigermassen nachvollziehen, dass Sie sich über die neuen Regelungen im Sihlwald ärgern, weil sie da jetzt nicht weiter biken gehen können.. allerdings wenden Sie sich hier a) sicher an den Falschen, da ich mit der ganzen Sihlwald-Planung und -Umsetzung nicht das geringste zu tun habe und b) empfinde ich Ihre Verallgemeinerungen und Beleidigungen doch als sehr stossend und sicher nicht zielführend. Beginnt man auf dieser Schiene zu „diskutieren“, indem man die andere Seite als „dumm, blind und rücksichtslos“ beschimpft, ist nämlich sicher kein vernünftiger Dialog möglich.
      Dieses schrittweise Vorgehen bei den Verschärfungen im Sihwald (insbesondere in der Kernzone) wurde, soviel ich weiss, bereits vor x Jahren so vereinbart und ist gleichermassen sinnvoll wie auch nötig – im Sinne einer ungestörten Natur, wie man sie im Sihlwald eben anstrebt, sind solche Regelungen einfach unumgänglich. Dass danach nicht mehr alle möglichen Nutzungen und Aktivitäten uneingeschränkt möglich sind ist eine logische Konsequenz. Man kann sich darüber dann natürlich fürchterlich aufregen – wie in Ihrem Fall – oder das Beste daraus machen, sich der neuen ungestörten Natur erfreuen und ihre Entwicklung gespannt beobachten (neu halt zu Fuss und nicht mehr auf dem Bike) und sich fürs Biken alternative Routen suchen (denn davon gibts bestimmt noch genug, auch in Ihrer Nähe). Diese Option ist bestimmt – und das kann ich Ihnen versichern – die stressfreiere und nachhaltigere Variante von beiden!
      In dem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie sich – nachdem der erste Frust dann überwunden ist – dann doch noch für letzteres entscheiden können und wünsche Ihnen weiterhin viel Spass mit dem Naturpark direkt vor Ihrer Tür – denn das ist doch mal ein richtiges Privileg. Ich an Ihrer Stelle würde mich glücklich schätzen!

      Freundliche Grüsse,
      Christian Hossli

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      • Grüezi Herr Hossli,
        Ja, das ist sicher der erste Frust, da haben Sie recht. Mein Frust, der meiner Kollegen und der, deren Kollegen. Verglichen mit anderen sind meine Worte ziemlich harmlos – lassen Sie sich dessen versichert sein.

        Nochmals zum besseren Verständnis: Ich spreche NICHT von der Kernzone. Dass da ein neuer Ansatz gefahren wird, finde ich super und auch zielführend. Dass Wege gesperrt werden (für Biker und Reiter), ist ok – dass Hunde trotzdem noch drauf dürfen, ist nicht ok. Wenn, dann sollen solche Verbote mit gleichem Recht für alle aufgestellt werden. Hunde verängstigen das Wild sicher mehr, als ein Biker oder ein Reiter – auch wenn der Hund an der Leine ist.

        Das Thema Kernzone kann ich also mit kleinen Vorbehalten akzeptieren. Was hier ganz falsch läuft, ist, dass der Wildnispark nun auf Hausemer Gemeindegebiet Verbotstafeln aufstellt – gegen den Einwand der Gemeinde. Die Gemeinde Hausen ist ziemlich genervt ab dem Wildnispark. Sie fühlt sich sogar „verarscht“ – dies ist nicht meine Wortwahl! Ausserdem geht sie nun auf Ebene Kanton gegen den Wildnispark vor. So gut haben die Leute vom Wildnispark das hingekriegt. Glauben Sie ernsthaft, das fördert das Verständnis für einen solchen Auftrag? NIcht mal auf Nicht-Biker-Ebene.

        Der Weg, der nun verbarrikadiert wurde (wohlverstanden mit abgebrochenen Bäumen und Büschen – also eigentlich via Landschaftszerstörung) läuft auf der Grenze Hausen/Wildnispark (mal links, mal rechts). Ist es wirklich notwendig, so engstirnig seine vermeintlichen Rechte durchzusetzten? Vermeintlich, da wir alle Wissen, dass Recht haben und Recht bekommen nicht dasselbe ist. Es wird Toleranz verlangt – aber nicht ausgeteilt. Das meine ich mit meinem ersten Text – und da die Leute nicht auf Bitten eingehen, muss es leider anders gesagt werden.

        Ich habe ausserdem erste Rückmeldungen von Leuten, die mir besagen, dass ihnen nun auf das Verhalten hin auch alle anderen Fahrverbote egal sind – obwohl sie sich zuerst daran halten wollten. Solche Verhalten vom Wildnispark fördert – wie gesagt – nicht das Verständnis, sondern den Trotz; und schadet der Sache damit nachhaltig. Es geht nicht um die Kernzone, es geht um einen 20 jährigen Trail, der zu grossen Teilen auf Hausemer Gebiet verläuft und so hätte bestehen bleiben können.

        Ist das so verständlicher ausgedrückt?

        Und nein: Es ist kein Privileg! Es ist eine Vormundschaft, welche ich nicht goutieren kann. Ich werde jetzt wohl für den Fahrspass Autofahren müssen – vergleichbare Trails gibt es nicht mehr. Auch z.B. auf der Höhrohnen wird geschlossen und überall sonst auch. Ausweichstrecke: Teerstrasse. Verständnis für Biker? Nur dort, wo ein Bergdorf Geld mit den Bikern verdienen kann. Sehr peinlich für unsere Gesellschaft.

        Und ausserdem: Es gibt Leute, die sind lieber auf dem Bike, als zu Fuss unterwegs. Das kann auch medizinische Gründe haben. Aber: Es ist mir klar, dass unterdessen wo immer möglich von heimischen Kleinpolitikern gegen die Biker geschossen wird. Leider habe ich noch NIE einen guten Grund gehört, weshalb sowas nötig sein sollte. Auch nicht vom Wildnispark Sihlwald.

        Gruss,
        Patrick Dihr

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  2. „Danke“ für Ihr neuerliche Rückmeldung. Da ich mich aber a) mit der Sachlage einfach zu wenig gut auskenne um auf ihre Argumentation einzugehen, ich b) sowieso nichts mit dieser Planung und Umsetzung zu tun habe und mich c) Ihre feindliche, belehrende und unterschwellig beleidigende Haltung nach wie vor stört, werde ich nicht weiter darauf eingehen.

    Gruss,
    Christian Hossli

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  3. Es geht nicht um uns zwei. Ich find’s super, dass sie antworten, danke.
    Feindlich, belehrend und beileidigend: So verhält sich der Wildnispark; also versuche ich denen auf derselben Ebene zu antworten, da ich davon ausgehen muss, dass sie andere Satzaufbauten nicht verstehen…

    Aber ja: Wir können das nun gerne so stehen lassen.

    Gruss und Merci,
    Patrick Dihr

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