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Biber gesichtet!

Heute am helllichten Tag in einem Nebenkanal der Murg in Frauenfeld gesichtet: ein Biber bei seinem Nachmittagsschwumm!

Die kürzlich umgesetzte Revitalisierung der Murg in diesem Abschnitt scheint erste Früchte zu tragen – grossartig!

Ein paar Zahlen zu diesem aussergewöhnlichen Nager:

  • Er kann bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben. Für seine Tauchgänge kann er Nase und Ohren vorübergehend verschliessen.
  • Meister Biber hat ein exrem dichtes Fell. Mit 12’000 Haaren pro Quadratzentimenter Haut am Rücken und gar 23’000 am Bauch (die menschliche Kopfhaut bringt es demgegenüber auf mickrige 300/cm2) bleibt die Haut des Bibers auch beim Schwimmen und Tauchen trocken und warm.
  • Der Kiefer des Bibers ist derart muskulös gebaut, dass er mit 80 kg Druck (bei einem Körpergewicht von 20-30 kg) hobeln, sprich Bäume fällen kann. Die Zähne schleifen sich dabei praktischerweise gleich selbst nach.

Biber in Seitenkanal der Murg, Frauenfeld (Foto: C. Hossli, 22.05.15)

Was den Biber aber vor allem so speziell und schützenswert macht, ist seine einzigartige Fähigkeit Lebensräume nach seinen Bedürfnissen aktiv umzugestalten. Durch die Biberdämme entstehen neue Teiche und Feuchtgebiete, durch das Fällen von Bäumen bringt er Licht und Wärme auf den Boden, was zu einem Mosaik von Sukzessionsflächen führt und durch gefällte und entrindete oder in einem Biberteich überflutete Bäume entsteht neues Totholz.

All diese Effekte führen insgesamt zu einer grösseren Strukturvielfalt und Dynamik in den vom Biber besiedelten Gewässern, wovon eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten profitiert. So findet man an Gewässern mit Bibern eine grössere Anzahl von Amphibien-, Vogel-, Libellen- und auch Fischarten. Durch seine Lebensweise prägt und reguliert der Biber also ganze Lebens-gemeinschaften und kann deshalb als sogennante Schlüsselart bezeichnet werden.

Den Biber zu schützen bedeutet also nicht nur, eine Einzelart, sondern ganze Lebensgemeinschaften und damit die Biodiversität an Gewässern allgemein zu bewahren. (Biberfachstelle Schweiz)

Es gäbe natürlich noch vieles mehr zu diesem faszinierenden Tier zu erzählen – wer noch mehr erfahren will, insbesondere auch über den momentanen Bestand bzw. seine Gefährdung oder über laufende Förderungsprojekte, der findet auf der Seite der Biberfachstelle Schweiz weitere Infos.

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